Wie weit ist
es möglich eine Agentur unter diesem Gesichtspunkt (Manufacture + Sustainability) zu leiten?
Welche Entscheidungen werden zugunsten der Nachhaltigkeit
innerhalb der täglichen Abläufe getroffen?
Nachhaltigkeit bestimmt unsere
tägliches Denken und Handeln, weil wir nicht vordergründig auf
Gewinnmaximierung fokussieren, sondern stets ökologische und soziale
Aspekte mit berücksichtigen. Natürlich beziehen wir unsere
Auftraggeber und Lieferanten dabei mit ein. Allein kann man das nicht
machen. Es gelingt auch nicht immer den Auftraggeber zu überzeugen,
meist spielen finanzielle Gründe eine Rolle. Verzweifeln ist da aber
nicht angesagt, sondern beim nächsten Mal wieder versuchen.
D.h.
aber auch, dass wir nicht die Erfüllungsgehilfen unserer
Auftraggeber sind, sondern mit ihnen zusammen Ideen gestalten
und nicht nur Objekte designen. Dabei geht es nicht vorrangig um
kreative Werbelösungen, sondern um die für die Aufgabe passende
Kommunikation und das daraus resultierende Kommunikationsmittel mit
der Sicht auf den Adressaten.
Dazu kommt ein energie- und
materialsparender Bürobetrieb, Nutzung von öffentlichen
Verkehrsmitteln und Fahrrad.
Alles in Allem nicht so spektakulär,
sondern in kleinen Schritten, mit ökologischer Verantwortung und
sozialer Wärme.
Woher beziehen
Sie Materialien für die zu gestalteten Produkte? Gibt es
spezielle Qualitätssiegel für Papier? Drucken Sie mit
nachhaltigen Farben?
Lässt sich der Gedanke auch in die
Produktion der Druckereien übertragen?
Bei der Realisierung unserer
Kommunikationsmittel setzen wir auf Papier aus Recyclingmaterial
(Blauer Engel) und nachhaltiger Fortswirtschaft (FSC, PEFC). Bei
Website achten wir auf grünen Strom. CO2-Ausgleich bei Print und Web
haben wir immer im Blick.
Bei nachhaltiger Farbe haben wir noch
einige Defizite. Wir sind aber mit unseren Druckereien im Gespräch!
Hier fehlt es noch etwas an Bereitschaft mitzuziehen.
Viele große
Druckereien haben sich FSC-Zertifizieren lassen und bieten
CO2-Ausgleich an. Weiterhin versuchen wir mit Druckereien zu arbeiten,
die farbsparende Prozesse anbieten (Ink-Optimizer). Bei kleinen
Handwerksbetrieben, die eine weit aus bessere CO2-Bilanz besitzen,
gibt es solche Zertifizierungen nicht. Da ist der Aufwand zu hoch.
Trotzdem werden bei Kleinauflagen Handwerksbetriebe aus der Berliner
Region von uns beauftragt.
Empfinden Sie das Nutzen von nachhaltigen Materialien und die Übertragung in das Gestalten selbst als eine Bereicherung für das Endprodukt?
Auf alle Fälle! Aber eigentlich anders
herum. Durch den sparsamen Einsatz von nachhaltigen
Materialien steht die Gestaltung wieder mehr im Fokus. D.h. weg von
der Materialschlacht (immer stärkeren, immer weißeren Karton oder
Papier, immer mehr leere Flächen, immer mehr Seiten) hin zu guter,
passender Gestaltung unter Ausnutzung aller zur Verfügung stehender
Mittel (dazu gehören auch energie- und materialsparende
Veredlungsmethoden).
Dazu muss man auch sagen, dass die Imitation
eines normalen Entwurfs mit nachhaltigen Mitteln völliger Quatsch
ist.
Haben Sie Empfehlungen für Bücher, Webseiten oder Personen, die sich mit dem Thema beschäftigen?
Ein Literaturverzeichnis finden Sie
unter zappopedia
AGD
Charta für nachhaltiges Design unter weitere Beiträge
http://www.mediamundo.biz/
http://www.sustainablepackaging.org/
http://www.sustainable-design-center.de/